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Prostatakrebs behandeln mit neuartigem Medikament: PSMA 11

Bei Männern ist Prostatakrebs die weltweit häufigste Krebserkrankung. In Deutschland kommt es jedes Jahr zu etwa 60.000 Neuerkrankungen. Für die Betroffenen hat dies oft schwerwiegenden Konsequenzen, dazu gehören Erektionsprobleme und sogar der komplette Verlust der „Männlichkeit“. Daher suchen Forscher schon lange nach effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Forschern aus Heidelberg ist es nun zum ersten Mal gelungen, die gefährlichen Wucherungen auf molekularer Ebene sichtbar zu machen.

Was ist PSMA 11?

Bereits vor einigen Jahren hat ein Wissenschaftler aus Amerika ein Prostata-spezifisches-Membran-Antigen (kurz: PSMA) entdeckt. Dieses Eiweiß sitzt auf der Oberfläche von Prostata-Zellen. Sind diese mit einem Karzinom infiziert, ist die PSMA-Konzentration erhöht. Der Eiweißbaustein PSMA 11 hilft nun in speziellen Verfahren bei einer besseren Darstellung der Krebsherde, außerdem kann die Schwere der Krankheit exakt bestimmt werden. Hat der Krebs bereits in andere Körperregionen gestreut, ist dies jetzt gut vom Arzt zu erkennen. Vorher war das in dieser Form nicht möglich. Bei etwa der Hälfte aller Prostatakrebs-Patienten wird durch diese neuartige Möglichkeit der Diagnostik eine andere Therapieform gewählt als ursprünglich angedacht.

Wie funktioniert PSMA 11

Prostatakrebs kehrt nach einer erfolgreichen Behandlung oft wieder. Dank des sogenannten Theranostikums PSMA 11 ist es jetzt auch möglich, kleinste Tumore aufzuspüren. Die waren bislang nur schlecht oder gar nicht lokalisierbar. Außerdem kann der Verlauf einer Behandlung vom Arzt optimal verfolgt werden. Es lässt sich in speziellen Verfahren leicht beobachten, ob die Karzinome kleiner werden, oder sogar ganz verschwinden. Dies stellt sicher den Hauptgrund dar, warum sich der Einsatz von PSMA 11 so schnell weltweit verbreiten konnte.

In besonders schweren Fällen ermöglicht die Eiweißkombination außerdem eine eigene Art der Behandlung. Allerdings ist dafür eine radioaktive Bestrahlung nötig und dies geht mit einer erheblichen Gefahr für den Körper einher. Daher kommt so eine Therapie nur für die Betroffenen infrage, bei denen andere Möglichkeiten zur Behandlung nicht funktionieren.

PSMA wird als Biomarker bei Prostatakrebs eingesetzt

Ausschlaggebend für den Behandlungserfolg ist zu wissen, wie weit der Befall mit den Karzinomen bereits fortgeschritten ist. Nur dann kann eine wirksame Therapie gewählt werden. Oftmals leiden Patienten mit Prostatakrebs unter einer Vielzahl von Karzinomen, meist viele hunderte. In so einem Fall kommt häufig eine Therapie mit Hormonen oder eine Chemotherapie zur Anwendung. In geringeren Stadien, in denen die Ausbreitung noch nicht so weit vorangeschritten ist, kann der Arzt operieren, oftmals wird begleitend eine Bestrahlung durchgeführt.

Ohne die Möglichkeiten der PSMA 11 – Diagnostik konnte bislang nicht mit Sicherheit bestimmt werden, welche Art der Behandlung am wirksamsten ist. Während der Therapie überwacht der Arzt nun auch den Fortschritt und kann gegebenenfalls die Behandlung an den Verlauf anpassen. Kehren die Metastasen zurück, sind sie dank PSMA 11 leicht lokalisierbar, denn die Eiweißkombination PSMA 11 lagert sich an die körpereigenen Membran-Antigene an. Bei radioaktiver Bestrahlung werden diese dann sichtbar.

PSMA 11 ermöglicht die Herstellung neuer Medikamente

Nach wie vor gibt es kein wirksames Mittel gegen Krebs. Wissenschaftler entwickelten schon 2013 ein Therapeutikum, das PSMA 617 heißt. Dieses lagert sich außen an der Zellmembran der erkrankten Prostatazellen an. Dieses Gewebe kann dann mittels radioaktiver Bestrahlung von innen her vernichtet werden. Da dies erhebliche Auswirkungen auf den Körper haben kann, kommt diese Therapieform derzeit nur zum Einsatz, wenn andere Behandlungsansätze ohne Erfolg bleiben. Wird die Anwendung dreimal wiederholt, kommt es bei etwa 50 % der Betroffenen zu einer Verbesserung und sogar zu vollständiger Heilung. In klinischen Studien werden diese Ergebnisse zurzeit noch untersucht, das gesamte Verfahren befindet sich noch in der Testphase.

In Deutschland ist diese Art der Behandlung bei Prostatakrebs noch nicht zugelassen, daher werden die Kosten auch nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wer privat versichert ist, hat aber auch in Deutschland schon gute Aussichten, auf Übernahme der hohen Therapiekosten. Diese werden erst von allen Krankenkassen akzeptiert, wenn erfolgreiche Studien zu den Heilungschancen vorliegen. Es ist davon auszugehen, dass dies in den Jahren erfolgen wird.

Ist PSMA 11 nun die Lösung für alle Prostatakrebs-Patienten?

Leider nicht. Es gibt auch einen geringen Anteil an Karzinomen, die kein PSMA bilden. Diese sind dann nicht mit der PSMA 11 Diagnostik zu erkennen, auch ein Einsatz neuartiger Medikamente ist in diesen Fällen nicht möglich. PSMA-bildende Tumoren sind in der Regel aber aggressiver, was noch durch ausführliche Untersuchen bestätigt werden muss. Nach der Meinung mancher Ärzte kann es sein, dass nicht alle Tumore operativ entfernt werden müssen, sondern dass eine intensive Beobachtung ausreichend ist.

Für die Früherkennung von Prostatakrebs ist das PSMA-Verfahren nicht geeignet, es wird nicht in den Vorsorgeuntersuchungen eingesetzt. Es muss zumindest ein Anfangsverdacht vorliegen, um die Risiken einer Bestrahlung einzugehen. Dieser liegt vor, wenn der Urologe beim rektalen Abtasten der Prostata Veränderungen wahrnimmt, außerdem geben gewisse Parameter im Blut einen Hinweis. Häufig leiden Betroffene unter folgenden Symptomen:

  • verminderter Harnstrahl und Probleme beim Wasserlassen.
  • Schmerzen beim Samenerguss.
  • Blut in Urin und / oder Samenflüssigkeit.
  • Erektionsprobleme.
  • Schmerzen im Bereich der Prostata.
  • Probleme beim Stuhlgang.

Die beste Chance auf Heilung haben frühzeitig erkannte Krankheiten, das gilt besonders auch für Krebs. Haben sich die Metastasen bereits weit ausgebreitet, ist eine erfolgreiche Behandlung immer noch sehr schwierig und häufig verlaufen Krebserkrankungen tödlich. Es gibt mehrere Ansätze, Krebs vorzubeugen, durch eine gesunde Lebensweise. Vor allem Vitamin D könnte hier eine gesteigerte Rolle spielen.

Da Veganer im Schnitt seltener an Krebs erkranken stehen Wurst und Fleisch im Verdacht, krebserregend zu sein. Neben der Analyse der Ernährung gibt es aber noch eine Vielzahl an Faktoren, die die Entstehung von Krebs begünstigen können. Daher sind differenzierte Aussagen schwierig. Wer regelmäßig Sport treibt, hat ebenfalls ein geringeres Risiko einer Krebserkrankung. Ebensowenig wie ein allumfassendes Heilmittel, gibt es zurzeit auch keine allgemein gültigen Vorsichtsmaßnahmen, wie man sich vor einer Krebserkrankung schützen kann.

Autor: Diana Jahmann.